Mobilität im ländlichen Raum: Wie bleiben wir in Märkisch-Oderland mobil?
Rufbusse, On-Demand-Verkehre und digitale Angebote bieten neue Möglichkeiten für eine bessere Mobilität im ländlichen Raum. Bei einer Veranstaltung in der restaurierten Marienkirche in Wriezen standen die Chancen und Herausforderungen dieser Mobilitätsangebote im Mittelpunkt.
Wie kommen die Menschen in Märkisch-Oderland zuverlässig zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen? Gerade im ländlichen Raum ist eine gute Verkehrsanbindung entscheidend für die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe. Doch nicht überall reichen die bestehenden Busverbindungen aus, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Mit der Frage, welche Möglichkeiten Rufbusse, On-Demand-Verkehre und digitale Angebote für unseren Landkreis bieten, beschäftigten sich die Teilnehmer einer Veranstaltung am Mittwoch in der restaurierten Marienkirche in Wriezen.
Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Drei Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und praktische Erfahrungen.
Victoria Reichow vom Deutschen Institut für Urbanistik, Forschungsbereich Mobilität, gab einen theoretischen Überblick über On-Demand-Verkehre in Deutschland. Diese flexiblen Mobilitätsangebote können eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Linienverkehr sein und insbesondere dort neue Möglichkeiten schaffen, wo regelmäßige Busverbindungen an ihre Grenzen stoßen.
Jörg Schleinitz, Leiter des Fachdienstes Wirtschaftsförderung im Landkreis Märkisch-Oderland, erläuterte die aktuellen Entwicklungen im Landkreis und berichtete über die Bestrebungen, Rufbus-Systeme zu etablieren. Damit sollen die Mobilitätsangebote vor Ort verbessert und die Erreichbarkeit wichtiger Ziele erleichtert werden.
Frank Wruck, Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft, stellte das bereits etablierte und gut angenommene Rufbus-System im Landkreis Barnim vor. Seine Erfahrungen aus der Praxis zeigten, welche Chancen flexible Verkehrsangebote bieten und welchen Beitrag sie zu einer besseren Versorgung im ländlichen Raum leisten können.
Mobilität bedeutet gesellschaftliche Teilhabe
Im Anschluss an die Impulsvorträge entwickelte sich eine intensive Diskussion über die Zukunft der Mobilität in Märkisch-Oderland. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung flexibler Verkehrsangebote für ältere Menschen hervorgehoben.
Wer nicht mehr selbst Auto fahren kann oder keinen Zugang zu einem eigenen Fahrzeug hat, ist häufig besonders auf öffentliche Verkehrsangebote angewiesen. Rufbusse können hier einen wichtigen Beitrag leisten, um Selbstständigkeit zu erhalten und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Deutlich wurde dabei auch der Wunsch, dass gerade ältere Menschen im ländlichen Raum nicht abgehängt werden dürfen. Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Arzttermine wahrzunehmen, Einkäufe zu erledigen, soziale Kontakte zu pflegen und weiterhin aktiv am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen.
Gemeinsam Lösungen für unseren Landkreis entwickeln
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass flexible Mobilitätsangebote ein wichtiger Baustein für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs sein können. Entscheidend ist, die Erfahrungen aus anderen Landkreisen zu nutzen und Lösungen zu entwickeln, die zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen in Märkisch-Oderland passen.
Dafür braucht es verlässliche Angebote, eine gute Organisation und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Ebenso wichtig ist der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, denn ihre Erfahrungen und Anforderungen müssen bei der Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs berücksichtigt werden.
Unser Ziel muss eine Mobilität sein, die allen Menschen im Landkreis Teilhabe ermöglicht – unabhängig davon, wo sie wohnen oder ob sie selbst ein Auto nutzen können. Denn Mobilität bedeutet Lebensqualität.
